Alle 2 Jahre hat man ein neues Telefon und auch Computer sind kaum länger im persönlichen Besitz. Ab damit ins Selfstorage – oder nicht?
Wir leben in einem technisierten Zeitalter. Fast im Vierteljahrestakt kommen Neuerungen heraus, die uns das Leben leichter machen. Dabei suggeriert uns die Werbung, dass wir immer das neuste und aktuellste Produkt benötigen. Ein Leben ohne Neuerungen ist kaum noch möglich und auch die Infrastruktur wird in der Regel so angepasst, dass man alte Geräte oftmals nur noch eine geringe Zeit verwenden kann.
Alle 2 Jahre ein neues Telefon!
Schauen wir uns nur die Mobiltelefone an. Zum Mobilfunkvertrag gibt es ein neues Telefon mit dazu. Entweder wir geben das alte Telefon unseren Kindern oder es verstaubt einfach in einem der Schränke und landet schließlich im Selfstorage. Das man es später darin vergisst und letztlich nach einigen Jahren wieder entdeckt und letztendlich entsorgt.
Aber zum einen, das Telefon gibt es nicht kostenlos dazu und kostet auch nicht nur einen Euro. Das Telefon wird im Regelfall vom Vertrag mit abbezahlt. Zweitens ist für den Telefonanbieter eine perfekte Chance einen neuen Vertrag mit veränderten Vertragsbedingungen zu verkaufen. Denn oftmals sind ältere Verträge mit gewissen Vorteilen behaftet, die ein neuer Vertrag meist nicht mehr hat. Am Ende steht jedoch nicht der Bedarf eines neuen Telefons, sondern die pure Lust darauf. Auch den Blickwinkel der Umwelt wollen wir nicht mal ausführen.
Dies gilt natürlich für viele Dinge des Haushaltes. Vom Computer angefangen über den Fernseher. Aktuell die Kopfhörer, die dringend in In-Ears gewechselt werden müssen. Selten aus dem Grund, weil die Lebenszeit des Geräts abgelaufen ist, sondern aus den Gründen der Moderne und der Lust.
Bitte nicht ins Selfstorage!
Natürlich kann man das in Schränken aufbewahren oder ins Selfstorage bringen. Sofern die Unterbringung solcher Geräte nur von kurzer Dauer ist, kann man dagegen nichts sagen. Jeder Zeitraum, der allerdings jenseits von einem Jahr ist, verkürzt die Lebenszeit des Elektrogeräts, ohne dass man es benutzt.
Viele der Elektrogeräte haben eine innere Batterie verbaut. Diese ist vor allem dafür da, um sich einen Gerätestand zu merken. Bei Mobiltelefonen ist dies offensichtlich, bei Computern wissen dies nicht alle. Eine kleine Systembatterie ist dafür zuständig, dass der Computer auch nach einem Stromausfall und ohne Internet weiß, wie spät es ist und welche Bootreihenfolge er befolgen soll. Wen sollte es nun wundern, diese Batterien entladen sich auch bei einer Nichtbenutzung. Spätestens nach einem Jahr sind auch diese Batterien tiefenentladen.
Doch nicht nur die interne Batterie bez. der Akku schadet dem gelagerten Gerät, sondern auch der Staub, der sich selbst im saubersten Selfstorage ansammelt. Bekleidung lagert man selber als auch andere Kunden, Möbel werden gelagert – alles, was staubt und letztlich dieser Staub kann sich in den Ritzen der Geräte absetzen und macht das Elektrogerät am Ende kaputt.
Warum lagert man Handy und Computer?
Einen definierten Grund haben wir leider nicht. Jedoch liegt die Vermutung nahe, dass wir dies bereits in die Wiege gelegt bekommen haben. Was noch gut ist, wirft man nicht weg, man weiß nie, wann man es wieder benutzen kann. Das mag evtl. bei Kleidern oder bei Möbeln, die man einlagert, korrekt sein. Diese Einlagerung hat seine Berechtigung und wird auch von uns gefördert. Der alte Computer hingegen kann modernere Programme oftmals nicht mehr bez. nur sehr langsam öffnen. Auch das alte Telefon wird oftmals nicht mehr mit Sicherheitsupdates abgedeckt. Fördern das nicht zuletzt die Hersteller selber, dass Sie Updates für die Geräte meist nur für etwa 4 Jahre zusichern.
Ein anderer Grund kann sein, dass man sich die Option offenhalten will, wenn ein Gerät kaputt geht, dass man Zeitnah ein alternatives Gerät zur Verfügung hat. Aber Hand aufs Herz, sollte der „neue“ Rechner wirklich nach 2 Jahren kaputt gehen und man immer in etwa diesem Turnus ein neues Gerät anschafft, ist der alte gelagerte Computer mindestens 4 Jahre alt. Wer schon mal einen alten Computer versucht hat wieder zum Laufen zu bekommen, verflucht dann meistens die Geschwindigkeit und holt sich dann doch ein neues Gerät.
Wann lohnt sich ein Computer / Mobiltelefon einzulagern?
Prinzipiell kann man sagen, wenn der Zeitpunkt der Einlagerung im Selfstorage sich abschätzen lässt und nicht über 1 Jahr hinaus geht. Dies ist vor allem damit begründet für Geräte mit einer eigenständigen Batterie. Bei Elektrogeräten, die sich mittels Akkus aufladen lassen und die man länger nicht verwendet, empfiehlt man, diese spätestens alle 3 Monate einmal komplett neu aufzuladen. Als Faustregel kann man sagen, dass der Akku auch ohne Benutzung jeden Tag etwa 3-4% Kapazität verliert.
Bei Computern ist dies nur ratsam, wenn darin enthaltene Komponenten wie zum Beispiel Ram-Speicher oder Festplatte weiterhin verwendet werden können oder zur Sicherheit gedacht sind. Im Regelfall reicht es aber auch aus, die einzelnen Komponenten zu lagern.
Smartwatches, Kopfhörer oder Navis sind ähnlich wie das Mobiltelefon betrachten. Sie müssen immer mal wieder aufgeladen werden
Wohin nun mit unseren alten Geräten
Auf keinen Fall in den Müll. Diese Geräte müssen von einem Fachunternehmen entsorgt werden. Im Regelfall sind in technischen Geräten kleine Platinen drin, die seltene Erden enthalten. Das ist auch das Wertvollste am Gerät. Das ist auch der Grund, warum viele Unternehmen die „Entsorgung“ kostenfrei anbieten. Da sie Einzelteile weiterverkaufen.
Sollte das Gerät noch gut sein und noch funktionieren, kann man den Inhalt löschen und auf den Kleinanzeigenmärkten oder Verkaufsplattformen verkaufen. Nobler ist selbstverständlich, wenn man diese Geräte bedürftigen Menschen zur Verfügung stellt.