Darf man die Möbel des/ der Ex im Selfstorage einlagern?

Nach einer Trennung und der Auszug von einem Partner bleiben oftmals Möbel zurück. Dürfen diese in einem Selfstorage eingelagert werden?

Eine Partnerschaft funktioniert nicht mehr. Mann oder Frau ist ausgezogen und hat einen Teil der Möbel in der gemeinsamen Wohnung zurück gelassen. Der Zurückgelassene hat jedoch kein Interesse die Überbleibsel der Beziehung bei sich in der Wohnung zu lagern. Möbel und alle anderen Hinterlassenschaften stehen wie eine dauerhafte Mahnung weiter in der ehemals gemeinsamen Wohnung.

Darf man die Sachen einfach wegwerfen?

Nein! Man hat die Wohnung gemeinsam bewohnt. Der ehemalige Partner hat trotz der Beendigung der Partnerschaft ein Wohn- und Nutzungsrecht. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Ex mit im Mietvertrag stand. Im Regelfall steht der ehemalige Partner vor der Herausforderung eine neue Wohnung zu suchen. Diese Zeit sollte und muss man ihm auch geben. Dazu gibt es auch Gerichtsurteile, die sich fast einig auf mindestens 1 Monat einigen. Eine direktes Gesetz für diesen Fall gibt es jedoch nicht.

Diese Frist sollte dem ehemaligen Partner unter Zeugen mitgeteilt werden. Damit würde man den Ex einerseits einerseits eine faire Möglichkeit es abzuholen, andererseits wird eine offizielle Frist von mindestens einem Monat gegeben. Unsere Empfehlung gerade bei langen Partnerschaften geht allerdings auf 3 Monate.

Erst nach Verstreichen dieser offiziell gegebenen Frist entsteht ein „Annahmeverzug“. Doch auch jetzt darf noch nicht weggeworfen werden.

Wertgegenstände können beim Amtsgericht eingelagert werden!

Natürlich gibt es nun die einfachste Lösung. Mit einem Zeugen gemeinsam fährt man zur neuen Wohnung des Ex und bringt alles persönlich vorbei. Wichtig ist die Gewährleistung dass der ehemalige Partner die Sachen auch entgegen nimmt. Aber es gibt auch Gründe das man dies nicht möchte. In dem Falle kann man die Wertgegenstände beim Amtsgericht einlagern lassen. Doch Vorsicht, es kann und darf nicht alles eingelagert werden. Dies betrifft einzig Gegenstände die einen realen, finanziellen Wert darstellen.

Alles bei einem Selfstorage Anbieter einlagern!

Nach dem Verstreichen der Abholfrist, ist es auch möglich die Sachen bei einem Selfstorage Anbieter einzulagern. Das muss dem Ex aber Vorab mitgeteilt werden. Klar muss an dieser Stelle der Termin zu sehen sein, bis wann er die Sachen als auch Möbel abzuholen hat. Weiterhin muss bei dieser Methode angekündigt werden, wo man es einlagern wird und zu welchen Preis.

Aber Achtung, die Kosten für die Einlagerung trägt man im ersten Moment selber. Erst im Nachgang kann man sich die anfallenden Kosten, wie den Transport zum Lager als auch die anfallenden laufenden Kosten für das Lager vom Ex-Partner zurück holen. (§ 280 BGB)

Wir wollen jedoch darauf hinweisen, dass ein ehemaliger Partner nicht immer Interesse daran hat, die Sachen wieder zu holen. In dem Falle kann ein Rechtstreit mit einem unbestimmten Ausgang entstehen.

Tipp: Sollte der Ex-Partner innerhalb von 3 Monaten die Sachen auch nicht aus dem Selfstorage abholen und auch keine Meldung für den Verbleib abgeben, kann man davon ausgehen, dass die Sachen und Möbel entsorgt werden können.

Ab wann kann man die Sachen/ Möbel des Ex entsorgen?

Es gibt kein Gesetz ab wann man darf oder wann nicht. Ist die Fristsetzung verstrichen, dass man die Sachen des Ex-Partners aus der Wohnung entfernt und auch eine etwa 3 Monate Frist in einem Selfstorage verstrichen, kann man davon ausgehen, dass der Ex-Partner an seinen Besitztümern kein Interesse mehr hat.

Das Selfstorage wird wieder aufgelöst und die Sachen können verkauft oder entsorgt werden. Das Verkaufen der Sachen ist sogar noch eine gute Idee, da man so einen Teil der Kosten für das Selfstorage wieder rein bekommt. Denn die Kosten des Lagers trägt man erst einmal selber. Zwar ist man berechtigt diese Kosten wieder einzufordern, die Erfahrung zeigt allerdings, das dies ein steiniger Weg ist.

Warnung vor dem eigenmächtigen Wegwerfen!

Prinzipiell muss nach dem ersten Verstreichen der Frist nicht alles aufgehoben werden. Dinge die offensichtlich keinen Wert haben oder schlecht werden können (oder geworden sind) dürfen entsorgt werden. Sowas wäre z.B. angebrochene Duschbäder, Lebensmittel oder eine Zahnbürste. Anders sieht es schon bei Möbeln oder Bekleidung aus.

Denn auch wenn etwas nach wertlos aussieht und sicherlich keinen echten, finanziellen Wert darstellt, kann es für den Ex einen ideellen Wert besitzen. Ein Pullover der alt und schäbig ist, sogar Löcher hat, kann für den Ex-Partner etwas heiliges sein. Ein Möbelstück, mit großen Kratzern, wo eine Funktion kaum mehr gegeben ist, kann mit einem ideellen Wert behaftet sein. Man muss den Expartner gut kennen, dass man dieses einschätzen kann.

Verkauf der Sachen vom Ex

Nach dem Einlagern ist es auch möglich die Sachen des Ex zu versteigern. Dies wird auf mit einer lustigen Geschichte auf Ebay gemacht. Wer daran Interesse hat, sollte sich eine gute Überschrift überlegen und genau darauf hinweisen – Die Sachen des Es. Sicherlich bekommt man nicht wesentlich mehr Erlös vom Verkauf, jedoch ist mit einer interessanten Geschichte die Möglichkeit groß, dass man die Auktion auf Social Plattformen teilt. Dadurch erhöht sich die Reichweite und man steigt im Ranking.

Fazit:

Bevor man die Sachen des Ex-Partners in einem Selfstorage einlagern kann, muss man diesem eine annehmbare Frist von mindestens 1 Monat einräumen, um seine Sachen und Möbel abzuholen. Verstreicht diese kann man die Gegenstände des Ex einlagern lassen auf dessen kosten.

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