Möbel spenden für Hochwasseropfer?

Wer sein Selfstorage anschaut, wird schnell Kisten und Möbel entdecken, die nicht gebraucht werden aber noch gut sind. Jetzt wäre es doch Sinnvoll Möbel für die Hochwasseropfer zu spenden? Ist das eine gute Idee?

Hochwasserkatastrophe 2021 um Köln

Am 14./15. Juli 2021 ereigneten sich eine der größten Wetterkatastrophen der jüngeren deutschen Geschichte. Große Wassermassen ergossen sich über weite Landstriche im Rhein-Erft-Kreis. Ganze Landstriche wurden zerstört, Menschen mussten ihr Leben lassen und die Infrastruktur der kompletten Gegend wurden zerstört. Durch alle Medien sind die Bilder von Ahrweiler gegangen. Es ist auch kaum in Worte zu fassen, welches Leid über die Menschen gekommen ist.

Wer soviel Glück hatte und mit seinem Leben davon gekommen ist, hat zumindest sein Hab und Gut verloren. Schränke, Betten, Waschmaschine und Bekleidung, alles ist weg. Derzeitig ist man mit dem Aufräumen beschäftigt. Für eine Pause zum Durchschnaufen hat man noch keine Zeit. Das komplette Ausmaß wird deutlich, wenn die Betroffenen zur Ruhe kommen und in Ihrer leeren Wohnung sitzen.

Sind Sachspenden wie Möbel für die Hochwasseropfer wirklich Sinnvoll?

Ihr Leben lang haben sich die meisten der Opfer einen Haushalt aufgebaut. Nach einem persönlichen Geschmack wurden Möbel ausgesucht und zusammen gestellt. Beraubt wurden diese Menschen nicht nur ihrer Habseligkeiten sondern auch ihrer Würde. Kaum jemand möchte freiwillig als starke Person Hilfe annehmen. Dabei ist die Hilfsbedürftigkeit für einen außenstehenden offensichtlich. Von allein wird das Hochwasseropfer sicherlich nicht kommen. Schon allein aus Scham sich der Hilfe zu bedienen. Mit Sicherheit weiß auch jeder, dass diese Scham fehl am Platz ist, jedoch verständlich ist sie.

Aber nicht nur die Scham spielt eine Rolle, sondern auch, dass es gebrauchte Gegenstände sind, die andere ausrangiert haben. Second Hand ist für Menschen die kein Geld haben oder für Hippies. Aber nicht für uns. Solche Gedanken kreisen in den Köpfen der in Not geratenen Menschen. Verübeln kann man es ihnen jedoch nicht.

Doch nicht nur die gefühlte Ablehnung spielt eine Rolle. Auch die Erhebungen vom SWR (Fernsehsender – zum Beitrag) spiegeln dieses Bild wieder. Sachspenden gehen viele ein, die Nachfrage jedoch ist gering. Wer mit dem Gedanken gespielt hat Möbel oder Haushaltsgegenstände zu spenden, der kann dies getrost vergessen.

Für wen sind Sachspenden etwas?

Sachspenden sind nicht vollends sinnlos. Es gibt auch viele Menschen die gern bereit sind auf diese Spenden zurück zu greifen. Diese müssen nicht dringend in eine Notlage gekommen sein durch eine Hochwasserkatastrophe. Diese Menschen leben am Rand der Gesellschaft. Haben weder Job noch eine Perspektive. Oftmals sind auch diese Menschen durch ein Unglücksfall in eine Schieflage geraten. Aber auch Menschen die schon immer in einem finanziell schwachen Milieu waren. Auch diese können sich keine neuen Möbel leisten, allerdings wissen diese Leute dass sie Hilfe brauchen und nehmen sie auch gern an.

Fast in jeder Stadt gibt es Annahmestellen von öffentlichen Einrichtungen. (DRK, Tafel, Caritas, Heilsarmee, Wohlfahrt,…) Jedoch ist es ein wenig schwieriger danach zu suchen. Wo man wie seine eingelagerten Gegenstände loswerden kann. Am Sinnvollsten erschien uns das Portal „Wohindamit.org“. Auf dieser Webseite werden alle Hilfsorganisationen gesammelt. Mittels Eingabe seiner Postleitzahl kann man Abgabestellen seiner Möbel in der näheren Region finden.

Sachspenden „verkaufen“ – und Geld spenden

Wer keiner Organisation seine Sachspenden anvertrauen möchte, jedoch trotzdem Helfen möchte kann dies natürlich auch tun. Wer ein wenig in seinem Keller oder Selfstorage nachschaut, wird viele Dinge entdecken, die nicht mehr benötigt werden. Anstatt man dies aber nun zu den Stellen der Sachspende bringt, hat man noch die Möglichkeit dies zu verkaufen. Das führen wir vor allem aus dem Grund an, da auch Sachspenden einer Kontrolle unterzogen werden. „Kann man das noch verschenken?“. Oftmals sind Spenden die unter „Gut gemeint“ fallen wertlos und werden entsorgt. Das kann und darf man nicht dem Spender sagen, leider ist jedoch genau das Tatsache, dass fast die Hälfte der gespendeten Sachen entsorgt werden, dass es nicht mehr zu verwenden ist.

Der Verkauf von alten Möbeln und Haushalt ist eine Sinnvolle Option. Vor einem großen Fehler wollen wir jedoch gleich zu beginn warnen. Der zu erwartende Preis. Die meisten gehen vom Anschaffungswert aus oder Googlen was dieser Gegenstand oder Möbelstück noch wert sein könnte. Mit diesem Preis gehen die meisten in Ebay oder den Kleinanzeigenportalen hausieren. Wen man bedenkt, dass die meisten Möbel nur etwa 9 Jahre aushalten (siehe Beitrag) und man nur von einer „Linearen Abschreibung“ ausgeht, kann man einfach den „Anschaffungswert“ nehmen und durch 9 rechnen. (z.B. Anschaffungspreis 900 Euro) So würde das Möbelstück mit jedem Jahr 100 Euro an Wert verlieren. Nach 9 Jahren wäre das Möbelstück „wertlos“. Das heißt einzig ein symbolischer Wert.

Das ist sehr vereinfacht ausgedrückt. Natürlich kommt noch die Abnutzung dazu und viele weitere Faktoren. Das soll lediglich verdeutlichen, dass man mit keinen großen Summen rechnen kann. Die Möbel wären verschenkt worden und mit diesem Hintergrund sollte auch der Verkauf statt finden. Wird es für wenig Geld verkauft, hat man jemand glücklich gemacht, der sich dieses Schrank leisten konnte und der Erlös des Geldes wird gespendet.

Geld spenden statt Sachspenden

Wer in diesen Tagen etwas Spenden möchte, sollte dies einzig über Geld machen. Geldspenden sind flexibler in den Einsatzmöglichkeiten. Diese können sowohl in den Aufbau der Häuser gesteckt werden als auch in die Innenausstattung von Möbeln.

Bitte spenden Sie einzig an die offiziellen Stellen – z.B. an NRW (Spendenaufruf von NRW für die Hochwasseropfer)

Empfänger: NRW hilft
IBAN: DE05 3702 0500 0005 0905 05
Bank für Sozialwirtschaft

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