Oma muss ins Altersheim – Wohin mit den Möbeln

Oma wird ins Altersheim ziehen. Die Wohnung wird aufgelöst. Ein Teil der Möbel wird sie begleiten, ein anderer Teil wird eingelagert. Ein Hausstand wird reduziert.

Oma schafft es nicht mehr allein im Haushalt

Seit langem hat Sie Probleme mit dem Anziehen von Socken, Unterwäsche und Hosen. Dafür hat Sie Hilfsmittel und nach einer Hüftoperation, erhielt Sie in der Reha Tipps wie Sie in Zukunft sich bekleiden soll. Aber auch die Badewanne stellt für Sie ein Problem dar. Selbstständig einkaufen ist ein Hindernis geworden. Selbst die Ordnung im Haushalt und das Kochen bereiten Ihr Schwierigkeiten. Nach reichlicher Überlegung und zureden, wird sie in ein Altersheim umziehen.

Großmutter schafft den Haushalt nicht mehr allein und ist oftmals auf Hilfe angewiesen.

Die 4-Raum-Wohnung wird zu einem Zimmer

Seit fast 50 Jahren hat meine Großmutter mit meinem Opa in dieser Wohnung gelebt. Dementsprechend hat sich eine Menge Hausrat angesammelt. Jedes Zimmer steht voller Möbel und Erinnerungen.

Die Wohnung besteht aus einem Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Bad, Flur, Esszimmer und Arbeitszimmer. Natürlich gibt es auch Keller und Dachboden. Im Altersheim, wo Sie ab April wohnen wird, hat Sie lediglich ein Zimmer mit einem Bad sowie einem Nassbereich. Von 75m² Wohnfläche auf 20 m². Mal abgesehen von der Entmistung der Schränke, müssen wir gemeinsam mit meiner Oma entscheiden, welche Möbel sie mitnimmt. Welche Möbel bei uns eingelagert werden und welche in den Container kommen.

Die große Entrümpelungsaktion von und mit Oma

Vor allem ist es menschlich sehr schwer, sich von vielen Dingen zu trennen. Angefangen von Handtüchern, Taschentüchern, Tassen und Tellern, bis hin zur Kleidung von meinem Opa. Denn an jedem steckt Erinnerung. Für mich als Enkel ist es lediglich schwer zu sehen, das sich meine Oma schwer tut, sich von manchen zu trennen. Mein Vater hingegen, wo es sich um die Mutter handelt, hat hier bereits größere Probleme.

Meiden wollen wir, dass meine Großmutter sieht, wie Ihre Wohnung aufgelöst wird. Bis zum letzten Tag soll Sie in einer vollmöblierten Wohnung sein und Ihrem gewohnten Leben nachgehen. Dennoch reduzieren wir bei jedem Besuch ihren Hausstand. Nehmen immer mal alte Papiere mit raus und alte Zeitungen. Auch von Büchern trennt sie sich nach und nach. Mitunter müssen wir auch heimlich etwas aus der Wohnung entfernen. Wie ein kleines altes Radio aus dem Arbeitszimmer meines Großvaters oder die Leselampe von Ihm.

Andere Erinnerungsstücke nahm sich schon mein Vater mit und auch wir finden an manchen Wohnungsinhalten meiner Oma gefallen. So haben wir diverse Pflanzen übernommen, aber auch „Kleinkram“ aus Setzkästen.

Die Entscheidung, was ins Altenheim soll, was ins Lager und was auf den Müll kommt ist eine schwere Entscheidung

Entscheiden über Umzug, Erbe und Sperrmüll

Bereits im Vorfeld haben wir bei vielen Möbeln sortiert, was weggeworfen wird, was zur ihr ins Altenheim zieht und was wir einlagern wollen. (Nun haben wir selber nur einen kleinen Keller zur Verfügung. Daher sind wir gezwungen, eine kleine Lagerbox anzumieten.) Teils weil manche Dinge zu Schade zum Wegwerfen sind, teils weil Erinnerungen daran hängen und teils weil sie ggf. noch einmal gebraucht werden)

Viele Entscheidungen die wir treffen sind aus dem Bauch heraus. Eine Empfindung die wir haben, ob wir etwas evtl. noch einmal verwenden oder nicht. Mitunter ist es auch ein gefühlter Wert, der uns leitet etwas aufzuheben. Viele Sachen aus dem Keller oder Dachboden von meiner Oma werden jedoch kurzerhand auf den Sperrmüll verfrachtet.

Anderer Möbel werden liebevoll auseinander geschraubt, mit Decken umschlungen und in eine Lagerbox gebracht. Zwar schwinkt immer die Angst mit, dass man die Möbel nicht wieder zusammen bauen kann, jedoch ist das gute Gefühl da, dass wir diese erst einmal augehoben haben.

Der Umzug ist gekommen. Oma zieht aus.

Sehr emotional sind die letzten Tage gewesen. Es wurde viel geweint und Oma verweilte an vielen Gegenständen, die sie für immer zurück lassen muss. Natürlich ist es viel leichter, wenn Oma direkt aus einem Krankenhaus ins Altersheim kommen würde. Jedoch stellte sich uns diese Variante nicht. Oma erlebte jeden Moment der Wohnungsauflösung mit und trauerte.

Ins Zimmer wo sie eingezogen ist, sind viele Wohnzimmer-Möbel mitgekommen und der große Schlafzimmerschrank. Auch etwas von der Küchenzeile findet im neuen Domizil Platz. Weiterhin sind viele Kleingegenstände und Geschirr wieder mit bei ihr.

In der Wohnung blieben jetzt aus dem Schlafzimmer das Bett und ein Nachtschrank, sowie eine Kommode. Aus dem Wohnzimmer der Fernsehschrank und ein Teil der Schrankwand. Nahezu die komplette Küche und das Arbeitszimmer. Und auch das Esszimmer blieb fast komplett in der Wohnung zurück. Jetzt wird noch einmal ohne Oma sortiert und entrümpelt.

In Düsseldorf kann man eine komplette 75m² Wohnung mit allen Möbeln und Hausrat bei Lagermeile für 129,90 Euro/ Monat einlagern.

Was wird eingelagert

Die Entscheidung was wir einlagern ist oftmals spontan. Einerseits lassen wir uns von der Optik und dem Zustand der Möbelstücke leiten, andererseits vom gefühlten Wert. Weiterhin lassen wir mit einfließen, wie schwer sich etwas auseinander bauen lässt. Eingelagert wird nur, was wir oder unsere Kinder später noch verwenden wollen. Das gleiche gilt natürlich für Hausratsgegenstände. Das alles wird nun zerlegt und in unser Lager gebracht.

Was nicht verwendet wird, wird verkauft oder verschenkt. So wenig wie möglich soll auf dem Sperrmüll landen. Aus der 75m² Wohnung blieben nur noch Reste zurück, die nun von einem Container abgeholt worden sind.

Fazit von unserer Wohnraumverkleinerung

Der schwerste Schritt ist vor allem das Trennen von verschiedenen Gegenständen. Es lagen viele Emotionen in der Luft und es flossen Tränen. Es war an der Stelle auch egal, ob diese eingelagert, verschenkt, verkauft oder auf dem Müll gelandet sind. Für meine Oma war es eine Trennung von Ihrem Leben und fühlte sich sicherlich an, wie ein Sterben auf Raten.

Wahrscheinlich wäre es anfangs Besser gewesen, wenn man nur „ausgelagert“ hätte, sprich alles in ein Lager gefahren hätte. Das Lager hätte man dann Schritt für Schritt verkleinern können.

Meine Oma hingegen hat sich gut eingelebt. Sie fühlt sich wohl in ihren neuen 4 Wänden und ist sogar eine Computerspielerin geworden. Kleinigkeiten macht sie sich in ihrer kleinen Essnische, ansonsten hat sie auch die Wahl, dass sie das Essen vom Heim bekommt.

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